Die Einweihung am 18.07.2007

Gruppenfoto

Bayerns Sozialministerin Christa Stewens Integration von Ausländern

Stewens: Kontakt- und Informationszentrale für Muslime in Würzburg geht neue Wege in der Integration - beste Integration durch Zusammenarbeit

„Die Kontakt- und Informationszentrale für Muslime in Würzburg ist in Bayern ein einmaliges und ganz besonderes Projekt der Integration. Frau Sema Kuzucu, Integrationsberaterin der Arbeitsgemeinschaft für christlich-islamische Begegnung und Zusammenarbeit in Würzburg, wird als engagierte Muslimin und aufgrund ihrer vielfältigen Erfahrungen aus der Arbeit in türkischen und muslimischen Netzwerken in Würzburg ganz neue Wege in der Integration von Muslimen gehen“, erklärte Bayerns Sozialministerin Christa Stewens heute in München anlässlich der Einweihung der Kontakt- und Informationszentrale für Muslime in Würzburg. Um das Projekt auf ein breites Fundament zu stellen, sollen vor allem Ehrenamtliche aus türkischen und muslimischen Gemeinden gewonnen werden.

Dass eine junge türkische Frau und Mutter von drei Kindern bei der Integration ihrer Landsleute hilft, bezeichnete die Ministerin als „ungewöhnlich und ideal zugleich“: „Integration setzt Akzeptanz und Engagement voraus. Integration gelingt am besten, wenn Einheimische und Migranten eng zusammenarbeiten. Auf diese Weise lassen sich Sprach- wie auch Akzeptanzprobleme überwinden, es können die hiesigen gesellschaftlichen und sozialen Verhältnisse vermittelt werden und es entstehen neue Freundschaften.“ Zudem seien engagierte Migranten in vielen Fällen eine Brücke zu den üblichen Beratungsstellen. „Der Weg der Integration kann direkt aufgezeigt und weitergegeben werden“, erklärte Stewens. Zudem dankte die Ministerin der evangelischen Kirche, die mit ihrer tatkräftigen Unterstützung das Projekt erst ermöglicht habe und nannte stellvertretend für das hohe Engagement Herrn Dr. Theo Wettach.

Die Kontakt- und Informationsstelle für Muslime in Würzburg ist ein Projekt der Arbeitsgemeinschaft für christlich-islamische Begegnung und Zusammenarbeit in Würzburg und wird vom Bayerischen Sozialministerium finanziell unterstützt.

ACIB Vorsitzender Dr. Theo Wettach Begrüßungrede: ACIB Vorsitzender Dr. Theo Wettach

Unsere neue Kontakt- und Informationszentrale

"Allein kann der Staat die gesamtgesellschaftliche Aufgabe Integration nicht erfüllen. Dies gelingt nur, indem jede und jeder - zugewandert oder einheimisch -praktisch und konkret Verantwortung übernimmt. … Nur so kann auf Dauer ein Klima entstehen, das Migrantinnen und Migranten ermutigt, sich ganz selbstverständlich als Teil unserer Gesellschaft zu verstehen. "
So hat es Frau Maria Böhmer, die Migrationsbeauftragte der Bundesregierung, im Integrationsplan formuliert.
Diese Aufgabe sehen wir in unserer Arbeitsgemeinschaft als wesentlich an, vor allem im Verhältnis zwischen Christen und Muslimen. In den vergangenen Monaten sind uns deutliche Integrationsdefizite - so hat es Frau Dr. Merkel genannt, aufgefallen, vor allem bei muslimischen Frauen, die schon seit Jahren oder Jahrzehnten hier bei uns leben. Wir haben hier eine Verantwortung, aus der wir uns nicht davonstehlen wollen. Auf diese Defizite mit Strafandrohungen zu antworten scheint uns nicht der beste Weg zu sein. Wir meinen eher, dass intensive Kontakte, Besuche, Gespräche, Informationen in den Sprachen der Migrantinnen und Migranten, und vor allem viel Geduld und Einfühlungsvermögen vielleicht auf lange Sicht eine bessere Integration ermöglichen.

Integration ist keine Einbahnstraße. Wenn Maria Böhmer sagt "zum Miteinander gehört, dass sich Menschen gegenseitig mit Respekt begegnen", dann wird da klar, dass zur Integration gehört, dass wir einander kennen, Muslime und Nichtmuslime in Würzburg, und dass wir Eingeborene in Würzburg lernen, Religion und Kultur der Zugewanderten als Bereicherung zu verstehen, ja für die Zukunft als wesentlichen Teil unserer Kultur.


Ziele und Aufgaben

Etwa ein Jahr lang waren wir im Gespräch mit der Regierung von Unterfranken, der Stadt Würzburg, den Kirchen und ihren Sozialwerken und auch dem Sozialministerium in München. Es war für uns wie ein Wunder, dass dank der Hilfe dieser Behörden, genauer: der Menschen in diesen Behörden zum 1. Mai 2007 diese neue Kontakt- und Informationszentrale das Licht der Welt erblickte. 12 Monate Schwangerschaft, aber dann eine so schnelle Entbindung, dass es fast eine Sturzgeburt war. Mit Hilfe des Sozialreferats der Stadt Würzburg konnten wir das Neugeborene gerade noch auffangen und hier in altehrwürdigen Räumen sehr schön betten. Und jetzt hoffen wir, dass es wächst und gedeiht.

beckmann Eröffnung der "Kontakt- und Informationszentrale der Muslime" - KIMUS Träger: ACIB - "Arbeitsgemeinschaft für christlich-islamische Begegnung und Zusammenarbeit"

Sehr geehrte Damen und Herren,

Christen und Muslime leben gemeinsam in Würzburg und das bereits schon seit über 300 Jahren! Ehemalige Soldaten des türkischen Sultans kamen nach der Schlacht bei Wien im Jahre 1683 in unsere Stadt - und sie brachten Säcke "schwarzer Klumpen mit, welches der Türck´ gemahln stets morgendlich zu trinken gedacht".

Folgerichtig entstand das erste Kaffeehaus des Okzidents dann 1695 in der heutigen Domstraße. Es wurde Kaffee als "türkischer Wein" angeboten.

Das berühmte "Alhambra", in dem auch schon Leonhard Frank verkehrte, war dann das letzte bekannte Kaffeehaus im traditionellen Stil. Im Bombardement zerstört, stand es beim heutigen Hotel Franziskaner, in etwa dort, wo heute Babett's Weinstube ist.

Meine Damen und Herren! - Was wären wir heute ohne türkischen Kaffee?

Sehr bemerkenswert finde ich auch die historisch überlieferte Tatsache, dass die erste türkische Studentin des Osmanischen Reiches überhaupt, 1899 ihr Medizinstudium in Würzburg begann und im Anschluss an das Studium eine Klinik in Adana eröffnete.

Würzburg im Jahr 2007 ist nicht nur eine multikulturelle Stadt geworden, sondern auch eine Stadt, in der es viele Religionen und Glaubensrichtungen gibt.

Zu den ca. 3.500 Muslimen, die mit uns leben, gehören türkische, deutsche, arabische, bosnische und viele andere Nationalitäten. Nach meiner Einschätzung zeigen sich die Muslime in Würzburg offen und dialogfähig.
Sie suchen und pflegen sehr gute Kontakte auf der Ebene der einzelnen Gemeinden.
Es gibt verschiedene muslimische Vereine, die in Würzburg auf der Ebene des Internationalen Islamischen Forums mit der Stadt und den örtlichen Institutionen kommunizieren.

Seit den Anfängen des interreligiösen Dialogs in Würzburg - vor etwas 10 Jahren - sind sie auch fester Bestandteil des interreligiösen Gesprächskreises - aus dem dann im Jahr 2005 die "Arbeitsgemeinschaft für christlich-islamische Begegnung und Zusammenarbeit" - ACIB - hervorging. Und heute kann eben diese Arbeitsgemeinschaft einen großen Erfolg vorweisen. Auf Initiative von ACIB wird die "Kontakt- und Informationszentrale für Muslime in Würzburg" eingeweiht werden und nimmt ihre Arbeit auf. Die ACIB trifft zum eigenen Selbstverständnis folgende dezidierte Aussagen: "Wir verpflichten uns, Raum für Begegnungen und Gespräche auch über Grenzen hinaus zu schaffen. Wir verpflichten uns, weniger über - und mehr miteinander zu sprechen und nicht nur die Fehler des Anderen zu sehen und zu bereden. Wir verpflichten uns, Frauen und Männer und auch die junge Generation für diese Ziele zu gewinnen. Wir verpflichten uns, Dialog und Zusammenarbeit konkret und fruchtbar zu machen." Ich wünsche der ACIB, dass ihr mit der Gründung von KIMUS - der "Kontakt- und Informationszentrale der Muslime" dies auch zu 100 % gelingt! Mit Sema Kuzucu konnte eine Frau als Integrationsberaterin gewonnen werden, die sich seit Jahren mutig, entschlossen und beständig engagiert, die ein gleichberechtigtes Miteinander anmahnt, die unbeirrt dafür wirbt, aufeinander zuzugehen, Klischees und Vorurteile auf beiden Seiten abzubauen und die bestärkt, ermutigt, vorantreibt, übersetzt und vermittelt. Eine Frau, die, kurz gesagt: Bereit ist, Verantwortung für ein nicht immer leichtes Unterfangen - die Integration - zu übernehmen. Integration ist ein Prozess, auf den wir uns gemeinsam einlassen müssen und dessen Ziel es sein muss, gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben für alle Bürgerinnen und Bürger zu ermöglichen. Dazu müssen Zuwanderer, Migranten und wir Einheimischen Leistungen erbringen. Da geht es auf der einen Seite zum Beispiel darum, Sprache zu lernen, neue soziale und kulturelle Regeln wahrzunehmen, sich beruflich zu qualifizieren oder sich ehrenamtlich zu engagieren. Auf der anderen Seite muss es darum gehen, strukturelle Benachteiligungen unser Bürgerinnen und Bürger mit Migrationshintergrund im Bildungssystem und auf dem Arbeitsmarkt abzubauen und Zuwanderer in unser gesamtgesellschaftliches Leben einzubeziehen. Zentral wichtig sind Gespräch, Dialog, Kontakt, Respekt und Toleranz, Willkommenskultur und Streitkultur. Es geht also um das ganz normale Leben miteinander. Und das jeden einzelnen Tag: in unseren Stadtteilen, auf unseren Plätzen und Straßen, in den Kindergärten und Schulen, in Kirchen und Gebetshäusern. Frau Kuzucu wird sich hierfür einsetzen - an einer Stelle, die Schnittstelle oder Schaltzentrale sein kann. Wir erhoffen uns eine enge Kooperation - mit unserem Ausländerbeirat, dem Sozialreferat sowie allen wichtigen Akteuren und Institutionen, die für Fragestellungen von Migration und Integration zuständig sind und hilfreich sein können. Wir erhoffen uns eine fruchtbare Arbeit für die Stadt Würzburg. KIMUS stellt sich insbesondere auch der Aufgabe, muslimische Frauen nachhaltig zu unterstützen. Wir wissen, mit welchen Schwierigkeiten viele dieser Frauen zu kämpfen haben und wir wissen, wie wichtig Frauen und Mütter für eine erfolgreiche Integration der Familie, der Kinder in unsere Gesellschaft sind. Migranten sind oft verunsichert in ihrer neuen Umgebung. Sie kennen die sozialkulturellen Spielregeln nicht, haben keine Vorstellungen von den Erwartungshaltungen der Deutschen, der deutschen Gesellschaft, den deutschen Institutionen, finden nur schwer Arbeit und vieles andere mehr. Ohne Ermutigung, Stärkung, Unterstützung und Hilfe ziehen sich viele zurück. Es kommt schnell zur Bildung parallelgesellschaftlicher Strukturen. Integrationsangebote werden nicht wahrgenommen und genutzt, Resignation greift Platz, bei einzelnen oder ganzen Gruppen. Entsprechend negativ sind die Folgen. Eine Kontakt- und Informationszentrale, wie wir sie schaffen konnten, kann hier viel tun und erreichen. Sie kann Menschen Halt geben, sie ermutigen, sich zu zeigen und zu artikulieren, dazu beitragen, dass sie nicht übersehen werden. Sie kann vernetzen, Angebote entwickeln und auf Angebote wie Sprachkurse, Hausaufgabenhilfe, Kinderbetreuung, berufliche Qualifizierungs-maßnahmen oder Veranstaltungen hinweisen. KIMUS erweitert und ergänzt das Beratungs- und Informationsangebot für Muslime in Würzburg ganz beträchtlich. Wir sind deshalb dem "Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen", der Regierung von Unterfranken, für die unkomplizierte Zusammenarbeit bei der Planung und Umsetzung und die großzügige finanzielle Förderung außerordentlich dankbar. Im Rahmen der "Besonderen Maßnahmen nach Migrationsberatungs-richtlinie" werden vom Staatsministerium die Personalkosten in vollem Umfang übernommen. Die Stadt Würzburg tut sich bei den Sachkosten leichter: Deshalb können wir diese Räume in der ehemaligen Mozartschule, zunächst bis zu einer Nutzungsänderung, zur Verfügung stellen und wir werden uns darüber hinaus um eine weitere adäquate Unterbringung von KIMUS bemühen. Wir finanzieren die erforderlichen Sachmittel und bringen selbstverständlich in der wichtigen Gründungsphase eine gute Portion manpower ein. Ich danke allen Beteiligten für ihr bisheriges Engagement, das sie für unsere Stadt, für die Bürgerinnen und Bürger Würzburgs erbracht haben. Hier wird ein echtes Stück Infrastruktur geschaffen. Dem Träger der Kontakt- und Informationszentrale KIMUS, der "Arbeitsgemeinschaft für christlich-islamische Begegnung und Zusammenarbeit" (ACIB) und natürlich Ihnen liebe Frau Kuzucu, wünsche ich viel Glück, Erfolg und Spaß in Ihrer Arbeit!


Dr. Pia Beckmann Oberbürgermeisterin



Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer Grußwort anlässlich der Einweihung der Kontakt- und Informationszentrale für Muslime
von Dr. Paul Beinhofer - Regierungspräsident

Sehr geehrte Damen und Herren,

der zweite Integrationsgipfel der Bundesregierung liegt noch nicht mal eine Woche zu-rück. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat zusammen mit der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung Maria Böhmer viele Menschen und Gruppen an einen Tisch ge-bracht, um einen nationalen Integrationsplan zu beschließen. Man ist auf Bundesebene in gewisser Weise also noch im Planungsstadium. Und der Bundesminister des Innern hat im vergangenen Herbst eine Islamkonferenz einberufen, die auf große Resonanz gestoßen ist.
Wir können stolz verkünden: In Unterfranken sind wir schon einen kleinen, aber hoff-nungsvollen Schritt weiter.

Pläne, Planungen, Konferenzen sind wichtig, ja sie sind unverzichtbar; entscheidend ist jedoch die Umsetzung durch gelebte Integration im Alltag. Integrationsarbeit, die Integ-ration der seit langem dauerhaft und rechtmäßig hier lebenden Migrantinnen und Migranten ist keine „Eintagsfliege“, der wir uns kurzfristig stellen könnten und wollten, vielmehr müssen wir uns mit langem Atem der Eingliederung von Menschen mit Migra-tionshintergrund in die deutsche Gesellschaft widmen. Dazu muss die aufnehmende Gesellschaft bereit sein, dazu bedarf es gleichzeitig des festen Willens und der Bereit-schaft der Zuwandernden, sich in die deutsche Gesellschaft einzufügen. - Ausdrücklich sage ich hier aber: Einfügen, nicht assimilieren. Die Wurzeln sollen nicht angetastet werden. Ein jeder muss sich in Deutschland zurechtfinden, er braucht dazu aber nicht sein Herkommen verleugnen oder ablegen.
Vielmehr ist es eine besondere Gabe, ein Vorteil, zweisprachig oder gar mit zwei Kultu-ren aufzuwachsen. Hierbei will ich die Schwierigkeiten von Menschen mit unterschiedli-cher Herkunft, Religion und Sitten nicht in Abrede stellen. Letztendlich muss aber gel-ten, dass, wer dauerhaft in Deutschland bleiben will, sich zu unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung bekennen muss.
Wir sind mit der Integration auf einem guten Weg. In Unterfranken tut sich da was. Ich freue mich daher besonders, heute bei der Einweihung der Kontakt- und Informations-zentrale dabei zu sein, denn die Regierung von Unterfranken hat – so meine ich – nicht unmaßgeblich Geburtshilfe geleistet.
Ich möchte Ihnen ganz kurz die Entstehungsgeschichte dieser „KIMUS“ schildern.
Es ist noch kein Jahr her, im August des vergangenen Jahres war es, da kam Frau Kuzucu, damals muslimische Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft für christlich-islamische Begegnung und Zusammenarbeit in Würzburg, die jetzige Integrations-betreuerin, zusammen mit Herrn Dr. Wettach, dem christlichen Vorsitzenden der Ar-beitsgemeinschaft zu uns in die Regierung von Unterfranken. Sie trugen uns ihre Über-legungen vor. Anlass hierfür war das Unterfränkische Integrationsforum im März 2006, zu dem wir auch die Arbeitsgemeinschaft eingeladen hatten und an dem Frau Kuzucu teilgenommen hatte. Dabei entstand die Idee, gerade muslimische Frauen bei der Eingliederung in die deutsche Gesellschaft besonders zu unterstützen. Dies deshalb, weil der Arbeitsgemeinschaft aufgefallen war, dass all die Integrationsangebote ihre Zielgruppe nicht selten verfehlen. Sei es, weil Sprachdefizite bestehen, sei es, weil die Frauen nicht mit den verwendeten Medien erreicht werden. Und dabei sind doch gerade Mütter als wichtigste Bezugspersonen für ihre Kinder auch im Hinblick auf deren Integ-ration von entscheidender Bedeutung.
Frau Kuzucu überreichte uns auch das Protokoll einer Tagung muslimischer Frauen am 30. April 2006 in Würzburg. Ich denke, mit ihrem Einverständnis kann ich einen Satz aus diesem Protokoll zitieren, der sehr aufschlussreich ist. Da heißt es: „Anhand der von den Frauen selbst eingebrachten Ideen zeigte sich recht bald, dass ein sehr großes Engagementpotential auf mehreren Ebenen bis dato brach lag, und auch nicht unbedingt von den Integrationsbemühungen der deutschen Institutionen eingebunden wurde. Die überwältigende Mehrheit der anwesenden Frauen zeigte Interesse für ein konstantes und lange währendes Miteinander in der muslimischen Gemeinschaft und in der deutschen Gesellschaft.“ Das klang vielversprechend.
Es schloss sich daher eine Reihe von Gesprächen und Überlegungen an.
Der entscheidende Durchbruch gelang anlässlich des diesjährigen Empfangs in der Residenz, zu dem ich die Engagierten und Verantwortlichen der unterfränkischen Integra-tionsarbeit eingeladen hatte. Es war auch ein Vertreter des Bayer. Staatsministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen eingeladen, dem wir „hautnah“ die Idee nahebringen konnten. Daraus entwickelten sich weitere Überlegungen und Ge-spräche, die schließlich zu einer Förderung von Personalkosten durch den Freistaat Bayern führten. Der „vorzeitige Maßnahmebeginn“ wurde noch Ende April zum 1. Mai 2007 bewilligt, nachdem zuvor die Stadt Würzburg ihre Bereitschaft erklärt hatte, die notwendigen Räume für die Beratungsstelle bereitzustellen. Wie sehr die Stadt sich dabei ins Zeug gelegt hat, können wir heute sehen.

Sehr geehrte Damen und Herren,

heute habe ich den endgültigen Bescheid für das Jahr 2007, also für den Bewilligungs-zeitraum bis zum 31.12.2007, mitgebracht. Die in diesen Räumen beginnende Bera-tungstätigkeit, dieses bayernweit, vielleicht sogar bundesweit einmalige Pilotprojekt ist nun fest verankert.
Mein Dank gilt daher dem Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen, für das heute stellvertretend der Fördersachbearbeiter, Herrn Armin Homp, gekommen ist, für die rasche und zielgerichtete Unterstützung. Mit einer Fördersumme von 41.000.-- €, insbesondere für die Personalkosten, ist im Jahr 2007 sicherlich noch einiges zu bewegen. Mein Dank geht auch an die Stadt Würzburg, die der Kontakt- und Informationszentrale sehr ordentliche und sehr brauchbare Räume zur Verfügung gestellt hat.
Ich darf den Verantwortlichen, insbesondere der Arbeitsgemeinschaft für christlich-islamische Begegnung, ihrem christlichen Vorsitzenden, Herrn Dr. Wettach, und ihrer neuen muslimischen Vorsitzenden als Träger der Beratungsstelle „KIMUS“ – Kontakt- und Informationszentrale für Muslime in Würzburg – alles Gute wünschen. Insbesonde-re darf ich Ihnen, Frau Kuzucu, viel Erfolg bei Ihrer nun neu strukturierten, in neue äu-ßere Formen gegossenen Arbeit wünschen. Ich bin schon gespannt auf die ersten Er-gebnisse und kann nur noch einmal wiederholen: wir brauchen alle einen langen Atem, um Integration zu vollenden. Dazu wird es noch vieler Anstrengungen über einen längeren Zeitraum bedürfen. Lassen Sie uns aber gemeinsam guten Mutes und festen Schrittes in die Zukunft gehen, denn wie wir sehen: Ein bisschen was geht immer.


Ismael Abu Shawriyeh Ismail Abu Shawriyehs Rede

Liebe Gäste, meine sehr verehrten Damen und Herren, ich möchte die Gelegenheit nutzen, im Namen der IGW allen zu danken, die zur Gründung von KIMUS beigetragen haben.
Besonders Ihnen Frau Bürgermeisterin, Dr. Pia Beckmann sowie Ihnen Herr Homp des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Sozialordnung und Ihnen unserem Regierungspräsidenten von Unterfranken Dr. Paul Beinhofer. Mit Ihrer tatkräftigen Unterstützung haben Sie einen wichtigen Schritt in Richtung Integration der Muslime in Würzburg ermöglicht.

Unser herzlicher Dank gilt  Fr. Sema Kuzucu, die durch ihre unermüdliche Arbeit einen großen Anteil zur Annäherung zwischen Christen und Muslimen  beigetragen hat.
Sema, wir möchten dich wissen lassen, dass wir alle unseren Beitrag zur Integration der Muslime in Würzburg leisten werden. Du hast unsere  volle Unterstützung.

Abschließend möchten wir unserer Freude Ausdruck verleihen,  dass wir mit Ihnen Fr. Dr. Beckmann eine Bürgermeisterin haben, die immer großes Interesse am Wohlergehen aller Würzburger zeigt, zu denen auch Muslime zählen.

Meine Damen und Herren, ich wünsche  uns allen einen schönen Abend.



Emine Bedir Dankesrede: Emine Bedir

Sehr geehrte Gäste,

hiermit möchte ich im Namen vieler Muslime, den Personen und Institutionen einen Dank aussprechen, ohne deren Unterstützung so etwas nicht möglich wäre.

Der Dank gilt an:
ACIB- Dr. Theo Wettach
Bayerisches Staatsministerium- Herr Homp
Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer
Oberbürgermeisterin Dr. Pia Beckmann

Für uns war es sehr erfreulich zu hören, dass wir ohne Verlust unserer Identität mit unserer Kultur und den Fähigkeiten eine Bereicherung erzielen sollen.

Ich möchte Ihnen nahelegen, dass so eine Stelle längst notwendig war. Es wird sicherlich auch zu der angestrebten Integration seinen dienst leisten.

Nicht zu letzt gilt der Dank an Fr. Sema Kuzucu Ihre Jahrelange Arbeit für die Rechte der Muslimischen Frauen um Missverständnisse und Vorurteile aufzuklären bzw. abzubauen. Sie war und ist immer noch bemüht für das Harmonische zusammenleben und den Dialog zwischen verschiedenen Völkern und Kulturen.

In der Vergangenheit hat Sie einiges bewegt, durch diese Stellung denke ich wird auch vieles zum rollen gebracht.

Ihre Kraft nimmt Sie aus Ihrer denkweise. Sie hat nie den Glauben an das Gute verloren.

Deshalb freuen wir uns um so mehr mit der Gewissheit, dass Sie für unsere Anliegen die richtige Person darstellt.


Tarik Kus Musikalische Einlage bei der Einweihungsfeier von Tarik Kus.

 

Video der Kimus-Einweihung anschauen

 

© Kimus